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DEFAULT : Das Restless Legs Syndrom I
01.06.1998 19:30 ( 2822 x gelesen )

"Zappelphilipp" in der Hausarztpraxis - oder: Das Restless-legs-Syndrom (RLS)


Dr. Cornelia Goesmann
Nieders. Ärzteblatt 1998/6


Obwohl bereits im 17. Jahrhundert von Thomas Willis beschrieben, fand das sogenannte "Syndrom unruhiger Beine" (RLS) dreihundert Jahre lang kaum Beachtung in der Medizin, bis es seit etwa fünf Jahren zunehmend in das Blickfeld wissenschaftlichen Interesses, vor allem neurologischer und pharmakologischer Forscher, drang.



Erklären läßt sich dieses Desinteresse am ehesten damit, daß bis vor kurzem weder Hinweise zur Ätiologie noch therapeutische Möglichkeiten für dieses, die Betroffenen außerordentlich quälende Krankheitsbild, gefunden werden konnten.

Das RLS stellt sich dar als sensible Mißempfindungen und unkontrollierbare Zuckungen der
Extremitäten, vor allem der Beine, mit starkem Bewegungsdrang der betroffenen Gliedmaßen, wobei diese Störungen im Sitzen und Liegen mit einer deutlichen circadianen Rhythmik bei vorwiegendem Auftreten abends und nachts imponieren. Da die quälenden Mißempfin-dungen, die unterschiedlich als Druck, Reißen, Brennen und Schneiden beschrieben werden und am ehesten einem starken Muskelkater ähneln, zumeist fünfzehn bis zwanzig Minuten nach dem Einnehmen der Ruheposition beginnen und durch Bewegen der betroffenen Gliedmaßen für kurze Zeit unterbrochen werden, können die Betroffenen kaum mehr stillsitzen, entspannen oder einschlafen. Sobald die Beschwerden einsetzen, müssen sie sich unentwegt im Bett bewegen (drehen, strampeln) oder aufstehen und herumgehen. Entspannungsübungen, wie das autogene Training, verschlechtern den Befund und sind kein adäquates therapeutisches Mittel. Auch ein echter Muskelkater führt zu einer
Verschlimmerung, so daß Sport meist nicht hilfreich wirkt. Das Quälendste am RLS sind für die Patientinnen und Patienten nicht so sehr die unangenehmen sensiblen und motorischen Störungen, sondern vielmehr die daraus resultierende Unfähigkeit zu normalen sozialen Tätigkeiten wie Kinobesuchen, Autofahrten oder Flug-reisen und der oft völlig gestörte Schlaf bis zu jahrelangem Schlafdefizit mit beeinträchtigter Tagesleistungsfähigkeit. Das RLS manifestiert sich meist im vierten bis fünften Lebensjahrzehnt, kann aber in< Einzelfällen schon in der Kindheit beginnen. Anfänglich findet sich eine deutliche Progredienz, später berichten Betroffene von einem eher wellenförmigen Verlauf, wobei bessere wie schlechtere Phasen deutlich durch das psychische Befinden beeinflußt werden. Patientinnen und Patienten mit langjährigen Verläufen zeigen häufig schwere depressive< Phasen bis hin zur Suizidialität, wenn Therapieversuche ohne Erfolg bleiben oder das Syndrom fehldiagnostiziert wurde. In den Anfangsphasen helfen physikalische Maßnahmen wie Kälte oder Wärme (Heizdecke im Bett oder kalte Dusche), gelegentlich Magnesium und/oder Sedativa. Eine Verschlechterung wird berichtet durch Nikotin und Alkohol (vor allem Sekt und Weißwein; Rotwein eher hilfreich), sowie durch Neuroleptika, MCP, Dimenhydrinat, trizyklische Antidepressiva, Lithium und Antiepileptika. Die genaue Ursache des Syndroms ist bis heute unklar, doch scheinen Störungen der dopaminergen und opioiden Neurotransmitter-Systeme (zentral und im Rückenmark) eine Rolle zu spielen. Betroffene haben zunächst das Gefühl, "überreizt" und nervös zu sein und Angst, nicht ernst genommen zu werden. Stellen sie sich schließlich einem Neurologen vor, so müssen sich zur exakten Diagnosestellung die eingangs erwähnten vier Minimalkriterien finden (sensible und motorische Symptome, vor allem in Ruhe, mit vorwiegendem Auftreten abends und nachts). Beim typischen RLS fallen neurologischer Status, EMG und NLG ohne pathologischen Befund aus. Differenzialdiagnostisch müssen dennoch zunächst weitere Erkrankungen der Extremitäten (Varicosis, AVK, Wurzelreizsyndrome, PNP) ausgeschlossen< werden. Heute unterscheidet man ursächlich zwischen der primären Form des RLS (vermutlich genetisch bedingt bei autosomal dominantem Erbgang) und einer sekundären, die in der Gravidität, bei Eisen- und Vitamin-B12-Mangel, bei terminalem Nierenversagen und rheumatoider Arthritis auftreten kann, so daß letztere Erkrankungen ebenfalls ausgeschlossen werden müssen. Zur endgültigen Klärung kann zusätzlich eine Polysomnographie = Untersuchung in einem Schlaflabor durchgeführt werden, die aber belastend, aufwendig und teuer ist. Beim typischen RLS lassen sich hiermit sogenannte PLM ("periodic leg movements") und ein pathologischer "Arousal-Index" (ständiges kurzfristiges Erwachen) nachweisen. Ist die Diagnose RLS gesichert, so haben sich in den letzten fünf Jahren im Rahmen zahlreicher wissenschaftlicher Studien mit allerdings nur geringen Fallzahlen folgende Therapieempfehlungen etabliert: Als Mittel der ersten Wahl sollte L-Dopa + Dekarboxylasehemmer in einer Dosierung von 50 mg L-Dopa einschleichend bis max. 300 mg zur Nacht versucht werden. Falls Levodopa hilft, dann sofort bei der ersten Gabe und - auf leeren Magen gegeben - eindrucksvoll innerhalb in fünf-zehn Minuten bis zum Sistieren des "Zuckens". Die oftmals langjährig Erkrankten “sind wieder die Ruhe selbst”. Da die Beschwerden individuell sehr unterschiedlich auftreten, sollte man mit den Patienten gemeinsam auch eine individuelle Therapie erproben (z. B. mit einer halben Tablette nichtretardiertem plus einer Tablette retardiertem Levodopa bei Durchschlafstörungen usw.). Kasuistik: Fall 1: Eine vierzigjährige gesunde Mutter von drei Kindern, vollschichtig als Bürokraft tätig, bemerkt 1994 und 1995 erstmals im Familienwanderurlaub in den Alpen Schmerzen und Zuckungen der Beine nach dem Zubettgehen. Sie führt dies auf eine Überlastung durch Wandern zurück, kann aber fast die gesamten Ferien nur dann schlafen, wenn sie ein zufällig mitgeführtes Diazepam-Präparat einnimmt. Nach dem Urlaub zunächst keine Beschwerden. Als diese 1996 auch langsam progredient zuhause auftreten, Vorstellung in einer neurologischen Praxis. Da sämtliche Untersuchungen ohne pathologischen Be-fund ausfallen, Diagnose "LWS-Syndrom", Therapie 100 mg Diclofenac zur Nacht. Wiedervorstellung, als dies ohne Erfolg bleibt. Nachdem der neurologische Kollege ein mögliches RLS erwägt, Therapieumstellung auf zunächst 50 später 100 mg Levodopa zur Nacht. Unter dieser Medikation bis heute ausreichender Schlaf möglich, bei abendlichem Vergessen der Tabletten sofortiges Wiederauftreten der Beschwerden. Patientin insgesamt sehr zufrieden.
In weiteren Studien haben sich inzwischen die beiden Parkinsonmittel Pergolid (Parkotil®) und Bromocriptin (Pravidel®) sowie Opiate und Opioide (gegebenenfalls + Laxantien), hier vor allem Codeinphosphat, Dihydrocodein, Tilidin + Naloxon sowie schließlich Clonidin als wirksam erwiesen. Sorgen um die Erzeugung einer Opiat-Abhängigkeit scheinen bisher
unbegründet. Für Benzodiazepine liegen widersprüchliche Angaben vor, zumindest sollen sie aber die Wirkung von L-Dopa verstärken. Für alle genannten Mittel sind in den notwendigen Dosierungen bisher keine gravierenden Nebenwirkungen bekannt geworden. Fall 2: Fünfundvierzigjähriger, multimorbider trockener Alkoholiker, Frührentner (Subvalvuläre Aortenstenose unter Antikoagulation; Syringomyelie mit Syrinx im HWSBereich; äthyltoxische PNP; COLD bei Nikotinabusus). Wegen starker Schmerzen der Beine und nächtlicher Verschlechterung mit Zuckungen der Extremitäten zunächst Therapieversuch mit Liponsäure, Carbamazepin und diversen Analgetika, Abbruch, da ohne Erfolg und negativer Einfluß auf die Marcumarisierung. Der Hausarzt vermutet ein sekundäres RLS, das zunächst verordnete L-Dopa hilft ausreichend für ca. zwei Jahre, dann Verschlechterung der Beschwerden bei (im MRT) Progreß der Syringomyelie. Versuch mit > Tilidin + Naloxon durch den Hausarzt, guter Erfolg. Da beide Medikamente (Levodopa und Tilidin) den Quickwert nicht verändern, werden sie im Wechsel selbständig vom Patienten je nach Beschwerdebild eingesetzt. Die beschriebenen Therapieprinzipien haben sich heute als wirksame Hilfe für die bislang oft als Psychopathen und Neurotiker angesehenen Betroffenen erwiesen. Allerdings ist keines dieser Medikamente bisher für die Therapie des RLS zugelassen. Eine Behandlung damit gilt daher als sogenannter Heilversuch. Dieser Beitrag hat zum Ziel, das vorhandene Wissen über das RLS vor allem auch unter den< hausärztlich tätigen Kolleginnen und Kollegen zu verbreiten, da nach der vorliegenden Literatur zwei bis fünf Prozent der Bevölkerung darunter leiden sollen. Dies entspricht aber offensichtlich nicht der Realität, da dann in großen neurologischen oder allgemeinärztlichen Praxen hunderte von Erkrankten bekannt sein müßten. In unserer Stadtpraxis mit typisch hausärztlichem Spektrum wurden vom 1. April 1993 bis 30. März 1998 8 100 Patienten behandelt und (auch bei Bagatellerkrankungen) anamnestiziert. In diesem Zeitraum fanden sich drei Patientinnen mit einem primären und ein Patient mit einem sekundären RLS (bei Syringomyelie und toxischer PNP). Diese Fünfjahres-Inzidenz entspricht sicher nicht einer Häufigkeit von 5 Prozent in der Gesamtbevölkerung. Auch wenn es tatsächlich weniger Betroffene gäbe als von der neurologischen Forschung postuliert, sollte wegen des jahrelangen Verlaufes und der quälenden psychischen und sozialen Folgen stets an ein RLS gedacht und den tatsächlich betroffenen Patientinnen und Patienten neben einer adäquaten Therapie auch weiterer Rat zur Verbesserung ihrer Lebensqualität gegeben werden. So existiert seit 1995 eine sehr aktive Selbsthilfegruppe mit bundesweit zur Zeit rund 800 Mitgliedern und der Mitgliederzeitschrift "Rastlos". Informationen dazu sind erhältlich über:
RLS e.V., Deutsche RL-Vereinigung
Schillerstraße 39
80336 München
Telefon: (0 89) 55 02 88 88
Telefax: (0 89) 55 02 88 81
Angeboten werden dort ein "Ratgeber für Betroffene", der in Praxen ausgelegt werden kann,
eine Videokassette sowie eine eigene Homepage im Internet (med.uni-muenchen.de/org/rls).
Anschrift der Verfasserin:
Dr. med. Cornelia Goesmann
Ärztin für
Allgemeinmedizin/Psychotherapie
Kirchröderstraße 107
30625 Hannover
Dr. Cornelia Goesmann
Nieders. Ärzteblatt 1999/10


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