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Lesen Sie hier aktuelle Informationen zu gesundheitspolitischen Themen der ÄKN und Berichte zu aktuellen Förderprojekten und der Arbeit der Gesellschaft der Freunde der MHH.

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DEFAULT : Probleme in der Altersmedizin
15.01.2001 15:15 ( 1158 x gelesen )

In der Altersmedizin liegt noch vieles im argen - Symposium im Ärztehaus Hannover zeigt Defizite auf und nennt Lösungswege

Dr. Cornelia Goesmann, R. Heyde


Nieders. Ärzteblatt 2001/06

Werden die Alten zu Feinden der Jüngeren?

Allein vor dem Hintergrund der aktuellen Rentendiskussion kommt bisweilen der Eindruck

auf, daß ältere und hochbetagte Mitbürgerinnen und Mitbürger in ihrer Eigenschaft als

langlebige Ruhegeldempfänger und -konsumenten zunehmend als Last empfunden werden.

Die wachsende Zahl alter Menschen in unserer Gesellschaft führt aber nicht nur die "Lager

der Generationen" in eine Art Frontstellung zueinander, sondern wirft auch bei vielen

anderen, die von Berufs wegen in der Betreuung Alter tätig sind, auch unter

versorgungspolitischen Aspekten viele Fragen auf. Nicht selten bestimmt dabei Ratlosigkeit

das Geschehen; die Notwendigkeit, sich jetzt mit den Problemen und Konsequenzen

gesellschaftlichen Zündstoffs vertraut zu machen scheint sich allerdings allen Betroffenen

und Beteiligten nicht in dem Maße zu erschließen, wie es wünschenswert und vor allem

erforderlich wäre.

Bevölkerungsexperten haben – was angesichts gesicherten Datenmaterials nicht unbedingt

schwierig war – die demografische Entwicklung hochgerechnet und fanden vor allem unter

den hier vorrangig interessierenden medizinischen Aspekten heraus:

• Die Gesamtbevölkerung nimmt insgesamt ab, aber nicht der Anteil der über 60jährigen.

Deren Anteil steigt von 16 Millionen im Jahre 1990 auf 24 Millionen in 2030 an,

• die größte Wachstumsdynamik wird die Gruppe der Hochbetagten aufweisen, die mit fast 1

Millionen Einwohnern im Prognosejahr 2030 hochgerechnet wird,

• fast die Hälfte aller Schlaganfallpatienten tritt in der Gruppe der 75jährigen auf - projiziert

auf die erwartete Altersstruktur müsste sich die Zahl jährlicher Neuerkrankungen in dieser

Altersgruppe von derzeit knapp 230 000 in 2 - 3 Jahrzehnten auf mehr als 300 000 erhöhen,

hüftgelenksnahe Frakturen - 1990 als typische Knochenbrüche im Alter mit 65 350 Fällen

dokumentiert - könnten in zehn Jahren bereits auf 80 000 ansteigen; wenige Jahre später ist

mit 90 000 proximaler Femurfrakturen zu rechnen.

Auch die Zahlen dementer Patientinnen und Patienten (aktuell 1,2 – 1,5 Millionen

bundesweit) progressiert auf fast 3 Millionen im Jahre 2030 mit dabei starken Anteilen in den

Altersjahrgängen der ab 85jährigen mit 30 Prozent und mehr.

Nun ist es offensichtlich nicht so, daß die mit den genannten Zahlen verbundenen

medizinischen und pflegerischen Betreungs- und Versorgungserfordernisse diese

Zielgruppen nicht erreicht. Ganz im Gegenteil,

denn Politik und vor allem die Medizin haben für "die Alten" unserer Gesellschaft in den

letzten Jahren einiges bewirken können.

Medizinisch ist heute vieles, was vor etwa 20 Jahren noch "in Kinderschuhen steckte",

Routine: z.B. totale Endoprothesen, Dialysebehandlungen auch für Betagte, ambulante

Kataraktoperationen oder ausgefeilteste Hörhilfen bewahren die Gesellschaftsfähigkeit.

Trotz, oder gerade wegen des Jugendlichkeitswahns wird über Altern und Alter in unserer

Gesellschaft derzeit engagiert diskutiert. Bei zum Teil erheblichen

Finanzierungsmöglichkeiten im Einzelfall, jung zu wirken oder zu bleiben, von der

Haarimplantation und Schönheitschirurgie jeglichen Ausmaßes bis hin zu ausgedehn-ten

Wellness- und Fitneßangeboten für Senioren - neudeutsch "antiageing" -, diskutieren

dennoch Politik wie Öffentlichkeit zunehmend emotionaler die Umkehr der demographischen

Pyramide "vom Lebensbaum zum Pilz" und die Lebensbedingungen im Alter. Das Unwort

"Renten-GAU" erhitzt Jung und Alt gleichermaßen.

Familienministerin Chistine Bergmann gab bei der Vorstellung des "Berichtes zur Lage der

älteren Generation" bekannt, "daß im Jahr 2050 etwa 37 Prozent, derzeit 22 Prozent, der

Bundesbürger älter als 60 Jahre sein werden; die Anzahl der Hochbetagten über 80 Jahre

werde erheblich steigen, die Zahl der Pflegebedürftigen werde von derzeit 1,8 Mio. auf bis zu

2,7 Mio. Menschen im Jahr 2040 anwachsen. Altsein heiße nicht zwangsläufig, gebrechlich

und hilfebedürftig zu sein. So können heute etwa 80 Prozent der Menschen über 70 Jahre ihr

Leben weitgehend selbständig führen. So ist es älteren Menschen heute auch möglich, sich

auf vielfältige Weise für andere zu engagieren."

Lebens- und Entfaltungsmöglichkeiten der Senioren sind also Themen unserer Gesellschaft.

Die Alten haben eine Lobby in den Grauen Panthern. Deren Maxime: "Die letzten Jahre

lebenswert gestalten unter Akzeptanz der Gebrechen und Behinderungen" findet auch in

unserer Gesellschaft Beachtung, die "arzt- und medizintechniksüchtig", aber auch -skeptisch,

ist, wie sonst wohl keine auf dieser Welt. Es scheint der Trend zuzunehmen, den

Schwerpunkt im Alter nicht auf die maximale medizinische Versorgung, sondern auf das

"Noch-Erleben-was-geht" zu legen - trotz aller gespürter Beschwerden.

Die medizinische und soziologische Erforschung geriatrischer Fragen hat enorm

zugenommen. Deren Ergebnisse werden unser Handeln deutlich befähigen und befruchten.

Allein das „Wolfsburger Institut für Gesundheitsforschung und Gesundheitsförderung“ an der

Fachhochschule Braunschweig-Wolfenbüttel realisiert im laufenden Jahr vier große

Forschungsprojekte zum Thema Lebensgestaltung und Gesundheitsversorgung alter Frauen

und Männer in der Bundesrepublik Deutschland.

Wie aber finden solche Forschungs- und Diskussionsprozesse Eingang in die lehrende und

handelnde Medizin? Eher zu langsam und zögerlich! Insbesondere folgende Schwachstellen

und Defizite geriatrischer Versorgung gilt es aufzuzeigen:

• Wir finden eine unzureichende Vermittlung geriatrischer und basismedizinischer Inhalte

während der derzeitigen medizinischen Ausbildung, d.h. dem Medizinstudium. Im Jahr 2000

gab es bundesweit nur fünf C4-Lehrstühle im Fach Allgemeinmedizin und einige halbe C3-

Stellen. Lehrstühle im Fach Geriatrie existieren lediglich in Bochum und Witten, der Lehrstuhl

für Gerontologie in Erlangen könnte allerdings demnächst in Geriatrie umgewidmet werden.

Praktika der Studenten im haus-ärztlichen oder geriatrischen Bereich sind derzeit nicht

Pflicht. Sowohl die Fakultäten als auch die Studenten stufen die Allgemeinmedizin

gegenüber der hochtechnisierten Medizin als "minderwertig" und "zweitrangig" ein. Der

Entwurf der neuen Approbationsordnung, der die hausärztlichen/allgemeinmedizinischen

Belange verstärkt berücksichtigte, ist jedoch seit 1992 auf Eis gelegt und damit nicht in Kraft

gesetzt.

• Auch in der derzeitigen Facharztweiterbildung ist ähnliches zu bemängeln. Trotz der

politischen Willenserklärung, die hausärztliche Medizin und die Versorgung im Alter zu

stärken, gibt es weiterhin in allen Kliniken nur unzureichende Weiterbildungsmöglichkeiten

für Allgemeinmedizin oder Geriatrie. Ein Meilenstein war 1992 die Einführung der

Zusätzlichen Weiterbildung "Klinische Geriatrie" in die ärztliche (Muster-)

Weiterbildungsordnung. Sie erfordert zwei Jahre praktische Tätigkeit nach Erlangung einiger

bestimmter Facharztbezeichnungen. Wo im Weiterbildungs-recht die Geriatrie zukünftig

Eingang finden wird und muß, ist derzeit noch offen. Als Zusatzbezeichnung / Bereich kann

diese aber sicher nicht die Bedeutung erfahren, die ihr zukommt!

Aber: Erhebliche positive Auswirkungen auf eine verbesserte Versorgung im Alter und für ein

Altern in Würde konnte durch die Pflegeversicherung erreicht werden! Es gibt ausreichend

Pflegeheimplätze und, wenn nötig, eine gesicherte Finanzierung der Unterbringung im

Altenheim. Zur Qualität der Altenpflege im Heim existieren nicht nur qualitätssichernde

Maßnahmen der Pflegeorganisationen; in jüngster Zeit veröffentlichte die Bundesregierung

Entwürfe zum Pflegequalitätssicherungsgesetz und zum Heimbewohnerschutzgesetz. Viele

Stimmen besagen, daß dennoch die staatliche Heimaufsicht und der medizinische Dienst der

Krankenkassen leider weiterhin nicht in der Lage sind, die Qualität der etwa 11 000

bundesdeutschen Alten- und Behindertenheime auch wirksam zu kontrollieren.

Es gibt inzwischen die segensreiche Einrichtung der Kurzzeitpflege zur Entlastung der

Krankenhäuser sowie der pflegenden Angehörigen und zur Betreuung der Alten, die

weiterhin alleine leben wollen, aber für einen definitiven Zeitraum rund um die Uhr Pflege

benötigen.

Es gibt eine flächendeckende auch medizinische Versorgung mit Sozialstationen,

Gemeindeschwestern und ambulanten Pflegediensten von ausreichender bis hervorragender

Qualität und großem Engagement. Wir alle wissen ja, daß diese Einrichtungen dem alten

Menschen bei Eintritt von Pflegebedürftigkeit sehr lange ein Weiterleben in der gewohnten

Umgebung sichern. Darüber hinaus existiert in vielen Städten eine zunehmende Anzahl

geriatrischer Reha-Kliniken mit beachtlichen Erfolgen für die medizinische Versorgung, die

Rehabilitation, und damit für die soziale Wiedereingliederung der Alten. Ein weiterer, längst

überf.lliger Schritt war das Altenpflegegesetz, das im wesentlichen zum 1. August 2000 in

Kraft getreten ist. Neben die Ausbildung zum Altenpfleger tritt diejenige zum

Altenpflegehelfer. Artikel 2 soll eine Verknüpfung der Ausbildung in der Kranken- und

Altenpflege ermöglichen.

Die tägliche Praxis zeigt aber auch folgende Belastungen und Probleme:

• Durch die erhebliche Veränderung der Krankenhauslandschaft der letzten Jahre,

Rationalisierungsprozesse unter den derzeitigen Budgetvorgaben und durch Bettenabbau

bei gleichzeitiger Aufrüstung unserer Kliniken in hoch-technisierte Zentren mit immer

kürzerer Verweildauer, werden alte Menschen heute nicht mehr in einer Klinik insgesamt bis

zur Entlassungsfähigkeit gesund gepflegt: Sie durchlaufen vielmehr in der Regel bei z.B.

Apoplex, Sturz oder Herzinfarkt zunächst die Intensivstation, dann die Akutstation einer

hochtechnisierten Klinik der Primärversorgung. Daran schließt sich die Verlegung in ein

kleines Haus zur weiteren Pflege an; von dort, immer noch erheblich pflegebedürftig, in eine

Institution der Kurzzeitpflege und, sobald ein Platz frei werden sollte, in eine geriatrische

Reha-Klinik; schließlich die Entlassung entweder nach Hause, zu einem zunächst wieder

fremden Pflegedienst, oder in ein Pflegeheim. Die Folgen dieser neuzeitlichen geriatrischen

"Patientenkarrieren" kennen wir alle sattsam: Verwirrtheitszustände, psychische

Dekompensationen, Lebensmüdigkeit. Das Positive dieses langen Lebens und der

medizinischen Möglichkeiten im hohen Alter kommt hierbei doch nicht mehr zum Tragen!

Aber auch auf folgende Mängel nach den Bestimmungen der Pflegeversicherung ist

dringend hinzuweisen und Abhilfe zu schaffen:

• Die für Kurzzeitpflege in der GKV bewilligte Zeitspanne ist zur Wiedererlangung der Kräfte

alter Menschen in der Regel zu kurz; eine Aufenthaltsverlängerung ist wohlmöglich vom

Patienten selbst zu tragen.

• Die Begutachtung nach Antrag auf Leistungen zur Pflege erfolgt oft erst nach einem

unerträglich langen Zeitraum, häufig nach dem Tode des Patienten. Die Unsicherheit, ob die

Kasse oder der Patient selber leistungspflichtig ist, bedroht die psychische Situation des

Patienten, bei Versagen der Pflegeleistung verschlechtert sich dessen medizinische und

soziale Lage abrupt.

• Bei gerontopsychiatrischen Erkrankungen griffen bisherige Eingruppierungen in eine

Pflegestufe nicht. Leider konnte deswegen in den letzten Jahren der immer größer werdende

Anteil verwirrter, dementer und psychisch kranker Alter nicht adäquat pflegerisch versorgt

und unterstützt werden. Eine etablierte ambulante psychiatrische Pflege, die in

exemplarischen Modellvorhaben hervorragende Ergebnisse bezüglich Einsparung von

Krankenhaustagen und Medikamenten bei gerontopsychiatrischen Patienten zeigen konnte,

existiert derzeit noch nirgendwo in Niedersachsen.

• Wegen der steigenden Nachfrage nach ärztlichen Leistungen, bedingt durch den

zunehmenden Anteil alter und chronisch Kranker in unserer Gesellschaft, besteht bei derzeit

gedeckeltem ärztlichen Gesamthonorar und der gleichzeitigen Notwendigkeit der

Finanzierung hochtechnisierter Leistungen die Gefahr, daß die geriatrische und

hausärztliche Basisversorgung nicht mehr ausreichend bezahlt werden können. Schon jetzt

denken Hausärzte wegen der sinkenden Einnahmen aus der gesetzlichen

Krankenversicherung über eine Reduzierung ihrer Hausbesuche und über die Begrenzung

weiterer ärztlicher Leistungen auf Chipkarte nach, weil zunehmender Inanspruchnahme kein

adäquates Honorar folgt. Für die Gesamtversorgung eines Patienten >65 Jahre erhält ein

Hausarzt derzeit maximal 100,- DM/Quartal, das heißt ~30,- DM/Monat.

• Die derzeitigen Vereinbarungen zum Arzneimittel- und zum Heilmittelregreß verlagern das

steigende Erkrankungsrisiko unserer Gesellschaft allein auf die Ärzteschaft. Die derzeitigen

Richtgrößen, die nicht an dem Bedarf der Bevölkerung ausgerichtet sind und bisher nicht

entsprechend modifiziert werden, führen mit ihrer Regreßdrohung für den verordnenden Arzt

zu einer schleichenden Rationierung im Bereich der Verordnung von Arznei- und Heilmitteln:

Vor allem rehabilitationsbedürftige alte Menschen sind davon betroffen.

Aus all dem ergeben sich aus der Sicht der Ärzteschaft folgende Forderungen an Politik und

Öffentlichkeit:

1. Endlich Verabschiedung der seit Jahren auf Eis liegenden Approbationsordnung für ein

reformiertes Medizinstudium mit verstärkter Vermittlung hausärztlicher und geriatrischer

Inhalte. Verbesserte Finanzierung dieser Lehrstühle, damit Pflichtpraktika und -unterricht in

der ambulanten Medizin und z.B. in geriatrischen Einrichtungen bezahlt werden können.

2. Einrichtung von Lehrstühlen für Allgemeinmedizin und Geriatrie an jeder medizinischen

Fakultät der BRD. Die mit 36 427 Ärztinnen und Ärzten derzeit größte Facharztgruppe, die

zukünftig die Basisversorgung unserer Bevölkerung und die Betreuung des zunehmenden

Anteils alter Menschen übernehmen soll, muß endlich adäquat in Forschung und Lehre

vertreten sein!

3. Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen und der Versicherungsbedingungen zur

ambulanten Pflege hinsichtlich der zuvor skizzierten Probleme:

Schnellere Begutachtung durch den MDK, Pflegestufen für Demente, unkomplizierte

Bewilligung und Verlängerung von Kurzzeitpflegeaufenthalten, Bereitstellung von Geldern für

bessere Personalschlüssel in Alten- und Pflegeheimen, damit hochqualifizierte Fachkräfte

eingestellt werden können, Etablierung einer ambulanten psychiatrischen Pflege und

Verbesserung der personellen Besetzung der Heimaufsicht.

4. Einrichtung einer flächendeckenden geriatrischen Betreuung mit einer ausreichenden

Anzahl geriatrischer Betten und Reha-Kliniken. Finanzierung und Förderung integrativer

Versorgungsstrukturen, die nach den Gesundheitsstrukturgesetzen der derzeitigen

Bundesregierung ja nun dringend institutionalisiert werden sollen, auch in diesem Bereich,

also für die Betreuung pflegebedürftiger chronisch Kranker und Alter.

Das heißt Aufbau geriatrischer Konferenzen und Netzwerke, in denen in adäquat bezahlten

gemeinsamen Strukturen Haus- und Fachärzte, Pflegedienste, Physiotherapeuten,

Ergotherapeuten sowie Angehörige gemeinsam mit einem konsiliarisch beratenden Geriater

über die einzelnen, interdisziplinär betreuten, Alten regelmäßige Fallbesprechungen mit

gegebenenfalls Qualitätszirkelarbeit durchführen. Dies ist von allen Beteiligten nur bei

adäquater Bezahlung zu leisten!

5. Erarbeitung neuer Konzepte zur Krankenhausfinanzierung, Abkehr von: Fallpauschalen,

Budgets und damit weiterer Rationierung, Zentralisierung, Betten- und Personalabbau: Eine

adäquate menschliche Versorgung Alter und Hilfloser ist in unseren Krankenhäusern schon

heute nicht mehr gewährleistet und wird sich mit Einführung der DRGs ab 2003 noch mehr

verschlechtern.

6. Hinsichtlich der Finanzierung des ambulanten medizinischen Sektors: konsequente

Abkehr von Budgetierung, Richtgrößen und Regreßforderungen an die Ärzteschaft. Auch

noch so gewissenhafte und ethisch hochmotivierte Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen

verlieren zusehends ihr Engagement, ihre Freude am Beruf. Sie sind gezwungen, ihr Arbeitsund

Verordnungsverhalten zu ändern, wenn sie allein – ungerechtfertigterweise – weiterhin

das finanzielle Risiko für Behandlungswünsche und Behandlungsnotwendigkeiten der

Bevölkerung tragen sollen. Es gilt, andere Finanzierungsmodelle der Gesundheitsversorgung

zu bedenken und umzusetzen: bei denen nicht Beitragssatzstabilität der GKV bei stetig

steigendem medizinischen Versorgungsbedarf die oberste Maxime darstellt. Ein

entscheidendes und lesenswertes Gutachten hierzu hat vor kurzem der

"Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung" für die

Bundesregierung erstellt.

7. Förderung der verstärkten gesamtgesellschaftlichen Diskussion über Lebensziele und -

wünsche im Alter, und schließlich

8. Öffentliche Unterstützung und finanzielle Förderung pflegender Angehöriger, in der Regel

der Ehefrauen, Töchter und Schwiegertöchter, die eine hochstehende gesellschaftliche

Pflicht auf sich nehmen und adäquate Anerkennung und Hilfe erfahren müssen.

Lassen Sie uns hieran arbeiten: Zum Wohle der Alten, denen wir all unsere heutigen

Annehmlichkeiten verdanken.


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Gesellschaft der Freunde der Medizinischen Hochschule Hannover MHH

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Spendenakquisition und Spendenvergabe

Die Gesellschaft der Freunde der MHH fördert seit rund 50 Jahren Projekte an der Medizinischen Hochschule Hannover in

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Dr. Cornelia Goesmann: Informationen zur Gesellschaft der Freunde der MHH Hannover

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Engagement in der Ärztekammer

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Ärztekammer

Als Mitglied in verschiedenen berufspolitischen Gremien von Ärztekammer und Kassenärztlicher Vereinigung nimmt Frau Dr. Goesmann umfangreiche gesundheitspolitische Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten war und publiziert zu zahlreichen Themen:

  • Fortbildung für Hausärzte zu psychiatrischen Erkrankungen
  • Arbeitsbedingungen und Tarifverträge für Medizinische Fachangestellte 
  • Problemen und Einsätzen von Ärzten in Erstaufnahmelagern, Flüchtlingsunterkünften und bei medizinischen  Auslandsprojekten.

Dr. Cornelia Goesmann: Tätigkeiten bei der Ärztekammer

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Dr. Cornelia Goesmann - Vorstandsvorsitzende der Ärztekammer Niedersachen, Geschäftsstelle Hannover

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Das Restless Legs Syndrom

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RLS - die Erkrankung der rastlosen Beine

Sie verspüren unnatürlichen Bewegungsdrang, Kribbeln in den Beinen, Zuckungen oder quälenden Schmerz, verbunden mit Schlaflosigkeit und zwar genau dann, wenn Sie eigentlich schlafen und zur Ruhe kommen wollen? Die wichtigsten Informationen zu Symptomen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten lesen Sie hier.

Dr. med Cornelia Goesmann: Informationen zum Restless Leg Syndrome

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Dr. Cornelia Goesmann - Spezialistin für das Restless Leg Syndrom
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