Logo
blockHeaderEditIcon
Kontakt
blockHeaderEditIcon
Fixed-Block-00
blockHeaderEditIcon

Dr. med. Cornelia Goesmann

Slider
blockHeaderEditIcon
Slider-Untertitel
blockHeaderEditIcon
Responsive-Smartphone
blockHeaderEditIcon

Dr. med Cornelia Goesmann

Hauptmenu
blockHeaderEditIcon
Vcard-Priv
blockHeaderEditIcon
Dr. Cornelia Goesmann - RLS Beratung und RLS - Hotline per E-Mail
Vcard-MHH
blockHeaderEditIcon
Vistitenkarte Dr. Cornelia Goesmann MHH Medizinische Hochschule Hannover
Vcard-AEKN
blockHeaderEditIcon
Visitenkarte Dr. Cornelia Goesmann, ÄKN Niedersachsen
center_C-Text
blockHeaderEditIcon

Aktuelles

Lesen Sie hier aktuelle Informationen zu gesundheitspolitischen Themen der ÄKN und Berichte zu aktuellen Förderprojekten und der Arbeit der Gesellschaft der Freunde der MHH.

 AKTUELLES

Center-C-Kalender
blockHeaderEditIcon

Veranstaltungen

DEFAULT : Plädoyer gegen Betreuungsdefizite: Auch die Würde des alten Menschen ist unanta
05.01.2000 15:19 ( 1054 x gelesen )

Dr. Cornelia Goesmann

Nieders. Ärzteblatt 2000/01


Die medizinische Versorgung älterer Menschen umfaßt vor allem folgende Gebiete:

Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und Pflege. Eine dem betagten Menschen adäquate

medizinische Versorgung muß sich an den Zielen: Beschwerdelinderung, Lebensqualität und

Lebenserwartung orientieren. Anders und neudeutsch ausgedrückt:

Der alte Mensch wünscht "quality-adjusted-lifetime", das heißt, er möchte selbst bestimmen,

wie sich für ihn in den ihm verbleibenden Jahren Lebensqualität unter medizinischen und

pflegerischen Maßnahmen individuell gestalten läßt. Wenn chronische Krankheiten auch

nicht mehr zu beseitigen sind, ist der einzelne aber so zu behandeln, zu fördern und

finanziell zu unterstützen, daß er unter Akzeptanz krankheitsbedingter Einschränkungen

noch weitestgehend am sozialen Leben in Verantwortung teilnehmen kann.

Allerdings haben Medizin und Pflege die vom Patienten gesetzten Grenzen – objektiven wie

subjektiven – zu erkennen und als ein Gebot der Würde zu respektieren.

Um diese Ziele zu realisieren, darf nicht hingenommen werden, daß die aktuelle restriktive

Sparpolitik im Gesundheitswesen gerade jene Bevölkerungsgruppe trifft, die in ihrer

Lebensleistung maßgeblich zum Aufbau des Staates beigetragen hat.

Die Politik ist daher gefordert, diese Ziele unter Beibehaltung bzw. Wiederherstellung von

humanitärer Verantwortung in ihrer künftigen Gesundheits- und Sozialpolitik zu verankern.

Politische Handlungsfelder lassen sich dabei anhand der folgenden Versorgungsbereiche

beschreiben und konkretisieren:

1. Ambulante medizinische Versorgung des Patienten in eigener Wohnung

2. Medizinische Versorgung des krankenhauspflichtigen Patienten

3. Medizinische Versorgung des rehabilitationsbedürftigen Patienten

4. Medizinische Versorgung des pflegebedürftigen alten Patienten.

1. Zur Medizinischen Versorgung des selbständigen alten Patienten in eigener Wohnung.

Etwa ein Drittel der heutigen Bevölkerung ist älter als 65 Jahre, wobei die

Altersentwicklungsprognose für das Jahr 2040 eine Altersverteilung annimmt, nach der zwei

Drittel aller Deutschen dann älter als 65 Jahre sein werden.

Heute leben von unseren Alten bei den bis 80jährigen 96 Prozent zuhause, bei den bis

90jährigen 80 Prozent und bei den über 90jährigen sind es immer noch zwei Drittel, die in

altvertrauter Umgebung ihr Leben gestalten wollen. Das heißt, "nur" ein Drittel der über

90jährigen ist in ein Pflegeheim umgezogen.

Dieser Großteil in seiner häuslichen Umgebung lebenden alten Menschen benötigt allerdings

eine Betreuung durch Angehörige und eine meist kontinuierliche Betreuung durch Ärzte und

gegebenenfalls auch Pflegepersonal. Fast alle diese Menschen haben einen "festen"

Hausarzt. Es gilt, ihnen eine gute ambulante Betreuung zu sichern, um

Krankenhausbehandlungen so lange wie möglich zu vermeiden. In diesem Sinne vorteilhaft

wären die Absichten des Gesetzgebers, die Rolle des Hausarztes zu stärken und die

ambulante Versorgung gegenüber der stationären zu fördern.

Welches Leistungsvolumen Hausärzte bei der ambulanten Versorgung der alten Patienten

bewältigen, zeigen folgende Daten: Im Jahre 1998 haben Hausärzte bei allen Patienten in

Deutschland 28,5 Millionen Hausbesuche "gefahren", darunter fünf Millionen Hausbesuche

durch Internisten und Kinderärzte.

Für die ca. 50 000 Allgemeinmediziner bedeutet dies durchschnittlich 2 000 Hausbesuche

pro Ärztin oder Arzt in 40 Arbeitswochen eines Jahres. Ein weiteres Problem: In der

Altersgruppe der über 60jährigen, die 21 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht, werden

50 Prozent aller rezeptpflichtigen Medikamente verordnet, wobei 80 Prozent dieser

Verordnungen durch die Hausärzte erfolgen. Beide Versorgungsbereiche, das heißt die

arbeitsintensive ambulante ärztliche Versorgung und die Medikamentenversorgung, drohen

zur Zeit budgetbedingt zusammenzubrechen. Ob und wie der Gesetzgeber dies verhindern

will, bleibt vorerst allerdings im Dunkeln.

Eindeutig hingegen sind aktuelle Fallwerte und Richtgrößen, mit denen ein

niedersächsischer Hausarzt "auszukommen" hat: Sein pro Patient maximal zu erreichender

"Fallwert" unter Budgetbedingungen beträgt 1999 80 Mark pro Quartal und Patient, das heißt

pro Monat erhält ein Hausarzt ungefähr 27 Mark für die Gesamtversorgung eines Patienten,

egal wieviel er im einzelnen für diesen Patienten an Leistungen erbracht hat. Für die

Medikamentenversorgung eines Rentners darf ein Arzt für Allgemeinmedizin pro Quartal

172,40 Mark "ausgeben". Die "Regreß-Falle" hat für die Ärzte, die dennoch ihren Patienten

eine moderne Arzneimittelversorgung gewährleisten wollen, die aberwitzige Konsequenz,

daß ihre Honorare pro Quartal sogar noch unter die genannten 80 Mark fallen.

Unter diesen Bedingungen läßt sich eine moderne, alter Menschen würdige ambulante

Behandlung nur noch durch den Idealismus der Beteiligten aufrechterhalten. Oder, was fatal

wäre, der Arzt lehnt die Behandlung schwerkranker, hohen Einsatz erfordernder Patienten

ab. Für den Patienten selbst bedeuten Budgets letztlich eine Rationierung von

Gesundheitsleistungen, die ihm aber Politiker und Krankenkassen weiterhin als "im vollen

Umfang und jederzeit verfügbar" suggerieren.

2. Medizinische Versorgung des krankenhauspflichtigen Patienten

Unter der alten wie der neuen Bundesregierung galt und gilt als eine Grundregel der

Sparpolitik, den angeblichen Bettenberg in Deutschland abzubauen, weil das Krankenhaus,

u.a. bedingt durch rasanten technischen Fortschritt, "Kostentreiber Nr. 1" im

Gesundheitswesen sei. Nach vorliegenden Statistiken der Niedersächsischen

Landesregierung sind in den letzten fünf Jahren in Niedersachsen rund 10 Prozent der

Krankenhausbetten abgeschafft worden, gleichzeitig wurden 10 Prozent mehr Patienten in

den bettenreduzierten Krankenhäusern behandelt und die Verweildauer drastisch verkürzt. 5

000 "wegrationalisierte" Ganztagsstellen bedeuten ein für das Land Niedersachsen

vorteilhaftes Einsparvolumen im Krankenhaussektor von 100 Millionen Mark.

Der beschleunigte "Durchsatz" auch der alten und zumeist multimorbiden Patienten und die

"Übergabe" an den ambulanten Sektor brachte zwar Mehrbelastungen für beide

Versorgungsbereiche – die krankenhausseitig eingesparten Millionen sind jedoch in der

ambulanten Versorgung "nie angekommen". Bettenabbau und Rationalisierung in unseren

Kliniken führen zu einer Zunahme der Massenarbeitslosigkeit (Experten befürchten unter den

Bedingungen der monistischen Krankenhausfinanzierung den Abbau von 20 000 Stellen pro

Jahr!!), der Überlastung des verbleibenden Personals und der ambulant Pflegenden mit der

Konsequenz englischer Verhältnisse von zunehmenden Wartezeiten für bestimmte

stationäre Eingriffe. So ist beispielsweise aus Hannover zu erfahren, daß wegen der in den

nächsten Jahren bereits ausgeschöpften Budgets ein OP-Termin für die Operation einer

künstlichen Hüfte auf den 14. Juni 2001 festgelegt worden ist!

3. Medizinische Versorgung rehabilitationsbedürftiger alter Patienten

Nach schweren Erkrankungen und operativen Eingriffen kann der betagte Patient meist nicht

unmittelbar in seine häusliche Umgebung zurückkehren, wenn intensive

Rehabilitationsmaßnahmen ausbleiben. Am Beispiel des Schlaganfalls ergibt sich folgendes

Versorgungsszenario: Der Altersgipfel dieser Erkrankung liegt zwischen 70 und 75 Jahren,

59 Prozent der Patienten sind danach leicht, 29 Prozent mittel und 16 Prozent

schwerstpflegebedürftig. Hauptwünsche Schwerstkranker an die Rehabilitation sind daher

die maximal mögliche Wiederherstellung ihrer Selbständigkeit und die Rückkehr in ihre

häusliche Umgebung. Nach verschiedenen Studien an über 70jährigen Patienten können

nach Behandlung in geriatrischen Rehabilitationskliniken ca. 70 bis 80 Prozent dieser

Schwerstkranken nach Hause entlassen und wieder dort integriert werden. Erfreulicherweise

besteht bundesweit inzwischen eine ausreichende Zahl geriatrischer Rehakliniken. Dennoch

könnte den betroffenen Alten noch besser und intensiver durch die Verwirklichung der

Forderungen Nr. 9 bis 12 im nebenstehenden Katalog geholfen werden.

4. Der Spezialfall: Die medizinische Versorgung des pflegebedürftigen alten

Patienten

Die bisher aufgezeigten Wünsche und Forderungen an die Politik haben vor allem ein Ziel:

Pflegebedürftigkeit solange als irgend möglich zu verhindern, sie zumindest aber

aufzuschieben. Zur Zeit haben wir 1,6 Millionen pflegebedürftige alte Menschen, ein Drittel

davon stellen die über 80jährigen, rund 660 000 Menschen leben in Pflegeheimen. Mit der

abzusehenden Änderung der Altersstruktur werden sich diese Zahlen in den kommenden

Jahren natürlich stetig erhöhen, wobei die Pflege alter Menschen an künftige Generationen

erhebliche Anforderungen stellt. Fragen einer optimalen Pflege in häuslicher Umgebung statt

Heimpflege gilt es zu klären, zumal viele Ältere nicht unbedingt klassische Pflege im Sinne

der Körperpflege benötigen, sondern dem ganz normalen Alltag mit Putzen, Renovieren,

Reparaturen, Besorgungen und Behördengängen nicht mehr gewachsen sind. Hier erwächst

ein immenser Bedarf auch an sozialer Hilfe, für die andere Geldquellen als die bisherige

Pflegeversicherung gefunden werden müssen. Für diese Art von pflegerischer Versorgung

wären dringend das Pflegeversicherungsgesetz und die Begutachtungsrichtlinien für den

Medizinischen Dienst der Krankenkassen zu ändern. Häusliche Pflege bedeutet ein

Gesamtkonzept aus sozialer und medizinischer Betreuung gleichermaßen, in dem der

Teamgedanke eine herausragende Bedeutung hat.

Was zu tun ist, haben die "Grauen Panther" einmal zugespitzt so formuliert: "Wir wünschen

uns als Betreuungskonzept im Alter ein Orchester aller Beteiligten, in dem der Hausarzt der

Dirigent ist und der Patient die erste Geige spielt". Bleibt nur noch hinzuzufügen: Die dafür

nötige Partitur muß aber auch die Politik mit komponieren.

Anschrift der Verfasserin:

Dr. med. Cornelia Goesmann

stellv. Präsidentin der ÄKN

Berliner Allee 20

30175 Hannover


Zurück Druckoptimierte Version Diesen Artikel weiterempfehlen... Druckoptimierte Version
MHH-Titel
blockHeaderEditIcon
 

Gesellschaft der Freunde der Medizinischen Hochschule Hannover MHH

MHH-Text
blockHeaderEditIcon

Spendenakquisition und Spendenvergabe

Die Gesellschaft der Freunde der MHH fördert seit rund 50 Jahren Projekte an der Medizinischen Hochschule Hannover in

  • Wissenschaft
  • Forschung
  • Lehre
  • und Patientenversorgung

Dr. Cornelia Goesmann: Informationen zur Gesellschaft der Freunde der MHH Hannover

MHH-Bild
blockHeaderEditIcon
Dr. Cornelia Goesmann - Gesellschaft der Freunde der Medizinischen Hochschule Hannover
AEKN-Titel
blockHeaderEditIcon

Engagement in der Ärztekammer

AEKN-Text
blockHeaderEditIcon

Ärztekammer

Als Mitglied in verschiedenen berufspolitischen Gremien von Ärztekammer und Kassenärztlicher Vereinigung nimmt Frau Dr. Goesmann umfangreiche gesundheitspolitische Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten war und publiziert zu zahlreichen Themen:

  • Fortbildung für Hausärzte zu psychiatrischen Erkrankungen
  • Arbeitsbedingungen und Tarifverträge für Medizinische Fachangestellte 
  • Problemen und Einsätzen von Ärzten in Erstaufnahmelagern, Flüchtlingsunterkünften und bei medizinischen  Auslandsprojekten.

Dr. Cornelia Goesmann: Tätigkeiten bei der Ärztekammer

AEKN-Bild
blockHeaderEditIcon

Dr. Cornelia Goesmann - Vorstandsvorsitzende der Ärztekammer Niedersachen, Geschäftsstelle Hannover

ÄKN - Bezirksstelle Hannover
aktuelles Rundschreiben
RLS-Titel
blockHeaderEditIcon

Das Restless Legs Syndrom

RLS-Text
blockHeaderEditIcon

RLS - die Erkrankung der rastlosen Beine

Sie verspüren unnatürlichen Bewegungsdrang, Kribbeln in den Beinen, Zuckungen oder quälenden Schmerz, verbunden mit Schlaflosigkeit und zwar genau dann, wenn Sie eigentlich schlafen und zur Ruhe kommen wollen? Die wichtigsten Informationen zu Symptomen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten lesen Sie hier.

Dr. med Cornelia Goesmann: Informationen zum Restless Leg Syndrome

RLS-Bild
blockHeaderEditIcon
Dr. Cornelia Goesmann - Spezialistin für das Restless Leg Syndrom
Artikel-Titel
blockHeaderEditIcon

Info - Board

RLS-Hotline
blockHeaderEditIcon
Dr. Cornelia Goesmann - Hotline und Beratung RLS per E-Mail
Hier finden RLS Betroffene Hilfe


Notfallberatung Frau Dr. Goesmann
per E-Mail oder Kontaktformular

Artikel-02
blockHeaderEditIcon
Notfalltelefon für RLS Betroffene bei der RLS-Vereinigung
Erste Hilfe für RLS-Betroffene
 

Notfallrufnummer der RLS-Vereinigung
0049_-_89_550_288_82
 

Artikel-03
blockHeaderEditIcon
Dr. Cornelia Goesmann - Projekt: Medizinische Versorgung sozialer Randgruppen

Ein besonderes Projekt befaßt sich mit der Medizinischen Versorgung sozialer Randgruppen wie Wohnungslose, illegalisierte Personen oder Flüchtlinge
 

Artikel-04
blockHeaderEditIcon
Freunde der MHH - Mitglied werden

Auf der medizinischen Forschung ruhen die Hoffnungen vieler Patienten. Durch eine Mitgliedschaft im Verein der Freunde der MHH können Sie Forschung aktiv unterstützen.

Footer-Menu
blockHeaderEditIcon

Benutzername:
User-Login
Ihr E-Mail
*